Betreuung von Erwachsenen (Beratung Vorsorgevollmacht/Betreuungsverfügung/öffentliche Beglaubigung)

Die Betreuungsstelle berät Betroffene, Angehörige und ehrenamtliche wie Berufsbetreuer*innen in rechtlichen Betreuungsverfahren Erwachsener.

Zuständig ist die Betreuungsstelle des Rhein-Erft-Kreises für alle Kommunen des Kreises mit Ausnahme der großen kreisangehörigen Gemeinden Bergheim und Kerpen. In erster Linie leisten die Fachkräfte Vormundschaftsgerichtshilfe, indem sie nach Anregung eines Betreuungsverfahrens bei den Amtsgerichten im Auftrag des Gerichts eine sog. Sachverhaltsaufklärung (Sozialberichte) betreiben.  Die Fachkräfte überprüfen dabei die Notwendigkeit der Einrichtung einer Betreuung und die Geeignetheit eines/einer bereiten Betreuenden. In vielen Fällen müssen ehrenamtliche oder Berufsbetreuer*innen dem Gericht vorgeschlagen werden. Zusammen mit den vier Betreuungsvereinen im Rhein-Erft-Kreis leistet die Betreuungsstelle auch ein Beratungsangebot zur Erstellung von Vorsorgevollmachten. Darüber hinaus werden die Fachkräfte bei der Unterbringung, d.h. Einweisung psychisch kranker Menschen, beteiligt und haben in diesen Fällen auch die Berechtigung unmittelbaren Zwang anzuwenden. 

Registrierung als Berufsbetreuer*in

Mit der Einführung des BtOG dürfen ab dem 01.01.2023 nur noch die Personen als Berufsbetreuer*innen vorgeschlagen und vom Betreuungsgericht bestellt werden, die bei der zuständigen Stammbehörde als berufliche Betreuer*innen registriert sind (§ 19 Abs. 2 BtOG). Hierfür ist es notwendig, einen formlosen schriftlichen Antrag bei der zuständigen Stammbehörde zu stellen. Stammbehörde ist die Betreuungsbehörde, in deren Zuständigkeitsbereich sich der Sitz des beruflichen Betreuers bzw. der beruflichen Betreuerin befindet oder errichtet werden soll. Alternativ gilt § 2 Abs. 4 BtOG: „Ist ein Sitz des beruflichen Betreuers nicht vorhanden und soll ein solcher auch nicht errichtet werden, so richtet sich die örtliche Zuständigkeit nach dem Wohnsitz des beruflichen Betreuers.“ Die Betreuungsbehörde des Rhein-Erft-Kreises ist zuständig für die Registrierung der Betreuer*innen, die ihren Sitz (bzw. Wohnsitz) in den Städten Bedburg, Brühl, Elsdorf, Erftstadt, Frechen, Hürth, Pulheim oder Wesseling haben bzw. begründen möchten. 

Welche Voraussetzungen Sie erfüllen und welche Nachweise Sie vorlegen müssen, um als Berufsbetreuer*in registriert werden zu können, hängt davon ab, ob Sie sich neu als Berufsbetreuer*in bewerben möchten oder ob Sie bereits vor dem 01.01.2023 beruflich Betreuungen geführt haben. Bei den sogenannten Bestandsbetreuer*innen wird des Weiteren noch zwischen den Betreuer*innen, die bereits vor dem 01.01.2020 als Berufsbetreuer*in tätig waren, und denen, die erstmalig ab dem 01.01.2020 bestellt wurden, unterschieden. Weitere  Informationen entnehmen Sie bitte dem entsprechenden Merkblatt, dem Schaubild sowie dem Formular  zur Organisationsstruktur  (siehe Downloads). 

Sollten Sie noch Rückfragen haben, wenden Sie sich bitte an:

Besonderheiten: 

Der Rhein-Erft-Kreis als Betreuungsbehörde im rechtlichen Sinne ist zuständig für alle kreisangehörigen Kommunen mit Ausnahme der großen kreisangehörigen Städte Bergheim und Kerpen.

FAQs: 

Was ist eine Vorsorgevollmacht/ Betreuungsverfügung/Patientenverfügung?

Drei Instrumente stehen zur Verfügung, um in gesunden Tagen im Sinne der Selbstbestimmung schriftliche Willenserklärungen für den Fall einer späteren Einwilligungsunfähigkeit abgeben zu können:

Vorsorgevollmacht:
Jeder Mensch kann durch Unfall, Krankheit, Behinderung oder Alter in die Lage kommen, dass er seine Angelegenheiten teilweise oder gänzlich nicht mehr selbständig regeln kann. Die Vorsorgevollmacht dient dazu, eine oder mehrere Person/en Ihres Vertrauens für diesen Fall zu bevollmächtigen. Haben Sie keine Vorsorgevollmacht erstellt und können Sie Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst erledigen, folgt ein gerichtliches Betreuungsverfahren, und zwar auch dann, wenn Sie Angehörige haben, weil diese erst durch das Gericht zum/zur Betreuer*in bestellt werden müssen. Eine erstellte Vollmacht kann in vielen Fällen die Einleitung eines Betreuungsverfahrens verhindern. Die Betreuungsbehörde beglaubigt Vorsorgevollmachten öffentlich.

Patientenverfügung:
Mittels einer Patientenverfügung kann man Entscheidungen zur medizinischen Behandlung/Nichtbehandlung oder Behandlungsbegrenzung im Voraus treffen für den Fall, dass man später nicht mehr in der Lage ist, dieses noch selbst zu entscheiden (z.B. infolge eines Komas). Oft geht es in Maßnahmen Patientenverfügungen um die Frage, ob lebensverlängernde Maßnahmen bei einer unheilbaren Krankheit durchgeführt werden sollen.

Betreuungsverfügung:
Durch eine schriftliche Verfügung für den Betreuungsfall kann man bestimmen, wer als Betreuer*in eingesetzt werden soll, aber auch, wer keinesfalls als Betreuer*in bestellt werden sollte. Das Betreuungsgericht wird bei der Bestellung eines/einer Betreuenden die in der Betreuungsverfügung festgelegten Wünsche berücksichtigen, sofern keine begründeten Bedenken gegen die Betreuerbestellung bestehen.

Wo beantrage ich eine rechtliche Betreuung?

Für die Einleitung eines rechtlichen Betreuungsverfahrens ist das zuständige Amtsgericht in seiner Funktion als Betreuungsgericht zuständig. Entsprechende Anträge sind daher ausnahmslos an das Gericht zu stellen. Die Anträge sind an keine Form gebunden. Der Anlass für die Antragstellung sollte jedoch hinreichend geschildert werden.

Wie werde ich ehrenamtliche*r Betreuer*in?

In dem ich entweder Kontakt mit den Mitarbeitenden der Betreuungsstelle des Rhein-Erft-Kreises aufnehme und mich beraten lasse oder das Beratungs- und Einführungsangebot für ehrenamtliche Betreuer*innen der im Rhein-Erft-Kreis tätigen Betreuungsvereine in Anspruch nehme.

Kontaktadressen:

Rechtliche Grundlagen: 
  • BTOG
  • FamFG
Ansprechpartner: 
  • Bedburg:
    Frau Hövels
    Tel.: 02271/83-15157
  • Brühl A-R:
    Frau Döring
    Tel.: 02271/83-15155
  • Brühl S-Z:
    Frau Clemens
    Tel.: 02271/83-15153
  • Elsdorf:
    Frau Caspers
    Tel.: 02271/83-15152
  • Erftstadt A-R:
    Frau Porta
    Tel.: 02271/83-15159
  • Erftstadt S-Z:
    Frau Kemmerling
    Tel.: 02271/83-15158
  • Frechen A-R:
    Herr Bürdek
    Tel.: 02271/83-15151
  • Frechen S-W:
    Frau Clemens
    Tel.: 02271/83-15153
  • Frechen X-Z:
    Frau Vieren
    Tel.: 02271/83-15156
  • Hürth A-J:
    Frau Tiefringer
    Tel.: 02271/83-15176
  • Hürth K-Z:
    Frau Vieren
    Tel.: 02271/83-15156
  • Pulheim A-E:
    Frau Kemmerling
    Tel.: 02271/83-15158
  • Pulheim F-Z:
    Frau auf dem Graben
    Tel.: 02271/83-15162
  • Wesseling:
    Herr Cassel
    Tel.: 02271/83-15154

Eine persönliche Vorsprache in der Dienstelle ist nur nach vorheriger telefonischer Vereinbarung möglich.