[ Stand: 14 April 2022 - 15:00 Uhr ]
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Im letzten Jahr wurde im Zuge der regelmäßig stattfindenden Baumkontrolle an der K 24, in Höhe des Pulheimer Sees, der Befall mehrerer Bäume mit der Rußrindenkrankheit von den Fachleuten des Straßenbetriebsdienstes des Rhein-Erft-Kreises festgestellt.

Der Rußrindenpilz ernährt sich von Totholz bzw. befällt durch Trockenstress geschädigte Ahorn-Arten parasitisch. Abgestorbene Bäume oder Äste werden durch einsetzende Fäule windbruchanfällig und müssen bei Gefährdung der Verkehrssicherheit rasch entfernt werden. Um auch noch gesunde Bäume vor einem Befall zu schützen, müssen befallene Bäume so schnell wie möglich aus den Beständen entfernt werden.  

Erste Krankheitsanzeichen sind welke Kronenteile. Typisch für den Verlauf sind Schleimflussflecken am Stamm. Unter der Rindenoberfläche reifen die Pilzsporen heran. Rindenrisse und abblätternde Rindenpartien zeigen sich im späteren Verlauf der Krankheit. Namensgebend für den Pilz sind die zum Vorschein kommenden schwarzen Pilzsporen, die sich unter der Rinde sammeln. Die Schicht ist bei starkem Befall bis zu einem Zentimeter dick. Sie gibt dem Stamm den Anschein, als wäre er mit Ruß überzogen.

Bei Trockenheit verbreiten sich die Pilzsporen in der Luft und können von Menschen eingeatmet werden. Hierdurch kann es zu einer allergisch bedingten Entzündung der Lungenbläschen kommen, die zu Reizhusten, Atemnot und Fieber führen kann. Insbesondere Menschen, die bereits an Allergien leiden und in direkten Kontakt mit den Sporen kommen, wie etwa die mit Baumpflegearbeiten betrauten Bediensteten, sind besonderen Gefahren ausgesetzt.

Aus diesem Grund hat die Kreisverwaltung eine externe Fachfirma mit der Beseitigung der befallenen Ahornbäume beauftragt. Diese Firma verfügt über Spezialgerät, das es erlaubt, die Fällarbeiten aus vergleichsweise großer Entfernung zu erledigen, sodass deren Mitarbeiter nicht gefährdet werden.

Die Mitarbeiter des Kreises wären bei Durchführung der notwendigen Arbeiten in Eigenregie dem Ruß sehr nahe gekommen und hätten deshalb unter Atemschutz arbeiten müssen.

Die am stärksten befallenen 80 Bäume wurden inzwischen gefällt. Nach Ostern werden leider weitere Fällungen erfolgen müssen, um den Befall weiterer Bäume möglichst zu verhindern bzw. die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.

In Zusammenarbeit mit der Stadt Pulheim und der Unteren Naturschutzbehörde wird im Laufe des Jahres 2022 ein Pflanzkonzept entwickelt, um mittelfristig wieder zu einem geschlossenen Baumbestand am Rande des Pulheimer Sees zu kommen.

Verkehrs- und Umweltdezernent Uwe Zaar bittet die Bevölkerung angesichts der Gefahren und der raschen Verbreitung der Krankheit um Verständnis für die unvermeidlichen Fällungen und mahnt zur Vorsicht: „Halten Sie Abstand zu Ahornbäumen, die die zuvor beschriebenen Krankheitsbilder aufweisen und verwenden Sie abgestorbene und befallene Bäume keinesfalls als Brennholz, da beim Zerkleinern zahlreiche Sporen freigesetzt werden. Überlassen Sie Fällung und Entsorgung befallener Bäume entsprechenden Fachfirmen.“