[ Stand: 07 Oktober 2021 - 15:25 Uhr ]

„Wir müssen nicht fragen: Sind die Älteren reif für das Internet. Wir müssen fragen: Ist das Internet reif für die Älteren “, so Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr, Bundesministerium a.D. 

Pepper, der freundliche Roboter
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Rhein-Erft-Kreis

Pepper, der freundliche Roboter

Dieses, schon ältere Zitat zeigt deutlich die Herausforderungen der Digitalisierung im Bereich der älteren Menschen, egal ob in der Pflege oder zu Hause.

Der große Sitzungssaal in der Kreisverwaltung des Rhein-Erft-Kreises war trotz immer noch bestehender Pandemielage endlich einmal wieder gut besucht. Landrat Frank Rock hatte die interessierte Fachwelt am Dienstag ins Kreishaus eingeladen, um über die Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung in der ambulanten und stationären Versorgung älterer Menschen zu informieren und zu diskutieren. 

In seinem Grußwort betonte Landrat Frank Rock, dass die Digitalisierung die Lebenswelten der älteren Menschen mehr und mehr beeinflussen wird und sich hierbei ein breites Betätigungsfeld für alle Akteure rund um das Thema Pflege ergeben wird.

Fachdezernentin Marion Groß hob in ihrer Ansprache hervor, dass viele Lebensbereiche durch den zunehmenden Einzug der Digitalisierung Veränderungen unterworfen seien, aber auch einen großen Nutzen bringen werden, sowohl für die Betroffenen selber als auch für die pflegenden Angehörigen oder das Personal in den Pflegeeinrichtungen. Digitale Neuerungen auf der einen und menschliche Pflege auf der anderen Seite - das stellt ihres Erachtens eine gute Mischung dar.

Die Fachvorträge der geladenen Referenten zeigten deutlich die Mannigfaltigkeit im Bereich der Digitalisierung, aber auch die zahlreichen Hürden, die es noch zu bewältigen gibt.

Fest steht nach dem ganztägigen Fachtag im Kreishaus, dass die digitale Technologie großes Potenzial zum Erhalt der Lebensqualität älterer Menschen hat. Die digitale Teilhabe dieser stetig wachsenden Zielgruppe ist eindeutig als Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge zu sehen, so zeigt es der 8. Altersbericht der Bundesregierung.

Die digitale Welt wird, und ist es zum Teil schon, in die Pflegeheime einziehen. Der Einsatz von Virtuell-Reality-Brillen in einem Pflegeheim der Caritas zeigt eindrucksvoll, wie ältere Menschen von der Digitalisierung partizipieren können. Durch den Einsatz von Robotern in der Pflege können auch soziale und emotionale Dienstleistungen das Wohlbefinden der Älteren erheblich steigern. So zeigte es auf der Fachtagung im Kreishaus der kleine „Pepper“, ein freundlicher, kommunikativer und informativer Roboter, der die Herzen der Älteren in den Pflegheimen berührt.

Im Alltag Einzug gehalten haben bereits zahlreiche digitale Helfer, die unser aller Leben angenehmer gestalten können. Egal ob intelligente Küchenmaschinen, die mittlerweile Rezepte aus dem Internet ziehen und entsprechende Einkaufslisten generieren können, oder Alltags-Apps wie der digitale Fahrplan, die Taxi-App, um nur einige zu nennen. In der Telemedizin beispielsweise werden im Bereich der Gesundheitsfürsorge ganz neue Wege eingeschlagen.

Die Herausforderung besteht nun darin, den älteren Menschen den Zugang zu der digitalen Welt einfühlsam unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse zu ermöglichen. Hierzu bedarf es niedrigschwelliger und zielgruppenspezifischer Informations- und Bildungsangebote.

Mit dieser ersten Fachtagung „Digitalisierung zu Hause und in der Pflege“ im Rhein-Erft-Kreis haben die Akteure am gestrigen Tag einen Prozess in Gang gesetzt, der das Leben im Alter für alle Beteiligten nachhaltig vereinfachen, verbessern und erleichtern kann, ohne das Bedürfnis nach menschlicher Nähe und Wärme zu vernachlässigen.